Navindo – Präzise Lokalisierung im Innenbereich – Produkt und Team

NavIndo ist ein Spin-off der Technischen Universität München (TUM), das Forschungsarbeit für alternative Lokalisierungsmethoden von GNSS-freien Umgebungen entwickelt. NavIndo sucht nach einer Lösung, damit Signalarten des Global Navigation Satellite System (GNSS), z.B. Galileo, GPS oder GLONASS, Festkörper – wie Wände – durchdringen. Damit ist eine Lokalisierung im Innenbereich möglich. Um Nutzern präzise Lokalisierungen zu bieten, setzt NavIndo auf humankinetische Modelle, innovatives maschinelles Lernen und neuartige Sensorfusion.

Georgios und Nikolaos sind Doktoranden der TUM und gründeten gemeinsam das Unternehmen, dessen Team sich Efdal als Erster anschloss. Georgios ist Spezialist für Lokalisierung in Innenraumumgebungen, blickt auf sechs Jahre einschlägige Erfahrung zurück und besitzt einen Diplomabschluss der österreichischen Johannes-Kepler-Universität im Bereich Pervasive Computing. Der von Georgios vorgeschlagene Algorithmus zur Innenraumkartierung über Crowdsourcing wurde bei der „International Conference of Indoor Position Indoor Navigation“ im Jahr 2017 unter die Top-Fünf-Algorithmen gewählt.

Nikolaos ist auf Innnenraumkartierung spezialisiert und kann vier Jahre Erfahrung in einem verwandten Bereich vorweisen. Seine Expertise erlangte er als Softwareingenieur bei Amazon und Siemens und hat einen Diplomabschluss der Staatlichen Technischen Universität Athen und einen Masterabschluss der Technischen Universität München in Software Engineering. Efdal unterstützt mit seinem Know-how zu Maschinellem Lernen und iOS-Entwicklung.

Die Geschichte von NavIndo

Die ursprüngliche Idee stammt von Georgios. Er erforschte für seine Doktorarbeit Methoden und Technologien, die über Crowdsourcing die Generierung von Innenraumkarten ermöglichen. Im Rahmen dieser Forschung hat er auch schon diverse Beiträge zu diesem Thema veröffentlicht. Georgios besprach seine Idee mit Nikolaos, der sofort interessiert war. Gemeinsam nahmen sie am „Connected Mobility Hackathon“ teil, den Siemens und BMW sponserten und von der TUM organsiert wurde. Von 500 Teilnehmern sicherten sie sich den zweiten Platz. Einige Monate später partizipierten beide an der „Mobility Competition“, die das Zentrum Digitalisierung Bayern organisierte. Wieder gewannen sie den zweiten Platz, der ihnen ein Preisgeld in Höhe von EUR 12.500 sicherte.

In der ESA BIC Start-up Challenge des INNOspace Masters 2017/2018 erreichte NavIndo das Halbfinale. NavIndo wurden dann von IBM in den Münchner Highlight Towers und dem UnternehmerTUM unterstützt, neue Geschäftspotentiale für die Technologie zu identifizieren. Noch heute fördert Romeo Kinzler, Chief Data Scientist bei IBM Zürich, das Unternehmen. Zudem war NavIndo Finalist des dritten BMVI Startup Pitch.

Momentan nimmt NavIndo an einem internationalen Wettbewerb zur Innenraumlokalisierung und Innenraumnavigation teil und arbeitet daran, ihre Position im Vergleich zu globalen Pionieren im Technologiebereich – wie Google, IBM, Sony, ETRI und prestigeträchtigen Universitäten wie Oxford – ausbauen und festigen.

NavIndo heute

NavnIdo sicherte sich mit einem akzeptierten Unternehmenswert von 5.000.000 EUR eine aus privaten Quellen stammende Startfinanzierung von über EUR 550.000. Eine dieser privaten Quellen ist Ferrovial, das London Heathrow, den größten Europäischen Flughafen verwaltet. Ferrovial zählt zu der ersten zahlenden Kunde von NavIndo. Auch öffentliche Quellen, darunter EU-Fördermittel und NGOs wie IOTA, ein digitales Bezahlsystem, haben ihren Beitrag zur Startfinanzierung von NavIndo geleistet.

Zudem hat NavIndo die wichtigsten Elemente seiner Technologie durch mehrere Patente in der EU und den USA schützen lassen und arbeitet gemeinsam mit Firmen wie NOKIA und MVG (Münchner Verkehrsgesellschaft) an mehreren Pilotprojekten.

Georgios und Nikolaos sind zudem noch in andere Projekte der TUM involviert, beispielsweise TUM-LLCM (http://tum-llcm.de/), das zum Bereich Smart City forscht.

In welchem Kontext ist Innenraumlokalisierung nützlich?

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Szenarien, in denen sich Innenraumlokalisierung als nützlich erweisen kann. Ein Bereich ist die Instandhaltung. Für Unternehmen mit einer riesigen Infrastruktur, die beispielsweise mit der Wartung von U-Bahnhöfen beauftragt sind, ist es sehr wichtig, defekte Einrichtungen zu lokalisieren. Weitere Bereiche sind überausgelastete Flughäfen. Hier kann Innenraumlokalisierung zu revolutionären Neukonzeptionen bei der Identifizierung von Engpässen in der Fluggastabwicklung beitragen. Auch dynamische Umgebungen – wie z.B. Museen – sind auf Technologien angewiesen, die Besucher durch ihre Infrastruktur leiten. Ein weiterer Bereich sind Unternehmen des öffentlichen Transports. Es ist es enorm wichtig, dass sie sich im öffentlichen Nahverkehr gut zurechtzufinden. Innenraumlokalisierung kann aber auch in unserer von Daten bestimmten Welt für Ladenbesitzer nützlich sein. Es bietet Bewegungsmuster ihrer Kunden in ihren Geschäften.