Space 4.0 – Airbus DS vergibt Preis im Ideenwettbewerb INNOspace Masters

Kommerzielle Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit – LEO) stehen kurz vor einem immensen wirtschaftlichen Aufschwung. Im letzten Jahr ist kaum ein Monat vergangen, in dem nicht eine weitere Satellitenflotte für Erderkundung oder Breitband-Kommunikation angekündigt wurde. Im Vergleich zu weiter entfernten Orbits bietet LEO durch die geringe Entfernung zur Erde eine schnelle Erdumlaufzeit und damit mehrmals tägliche Überflüge, was vor allem für hochauflösende Satellitenbilder und –Videos der neuen Konstellationen einen interessanten Markt bietet.

Die Internationale Raumstation ISS als Alternative zu neuen Satellitenflotten

Das kanadische Start-up Unternehmen Urthecast hat vorgemacht, wie die kommerzielle Nutzung von LEO noch aussehen kann: High-Tech-Kameras an Bord der Internationalen Raumstation ISS umrunden die Erde 16mal am Tag und liefern hochauflösende Bilder und Videos, die Entwicklern samt Analysewerkzeugen zur Verfügung gestellt werden. Mit einem neuen Plattform-Konzept gehen Airbus Defence and Space und Teledyne Brown Engineering noch einen Schritt weiter und wollen eine externe Nutzlast-Service-Plattform an das europäische Columbus Modul der ISS anbringen,  die in der Lage ist, zeitgleich mehrere externe Nutzlasten – beispielsweise zur Erdbeobachtung oder für Technologiedemonstratoren – zu beherbergen. Die Lage am Columbus-Modul ist dabei so gewählt, dass Flying_over_Columbus_I_m_the_farthest_away_from_Earth_Copyright ESA NASAdie Plattform namens Bartolomeo uneingeschränkte Sicht auf die Erde und ins Weltall hat. Dem Kunden soll Bartolomeo ein ganzheitliches Service-Paket bieten: Regelmäßige Versorgungsflüge zur ISS bieten eine zuverlässige Alternative zu den derzeit hochgefragten Launch-Kapazitäten; installiert werden die neuen Nutzlasten voll robotisch und die komplette Infrastruktur für den Betrieb, wie beispielsweise Stromversorgung, Datentransfer und Nutzlast-Kühlung sind inbegriffen. Ohne Umwege über internationale Raumfahrtagenturen will Bartolomeo die kommerzielle Nutzung der ISS ankurbeln und bietet gleichzeitig eine kosteneffiziente Ergänzung zu weiteren Satellitenmissionen.

Die Airbus Defence and Space Challenge

Um innovative Lösungen und neue Geschäftsmodelle für die Raumfahrtindustrie der Zukunft aufzuspüren, vergibt der Ideenwettbewerb INNOspace Masters unter dem Motto „Space4.0“ Preise an innovative Ideen zur Optimierung entlang der gesamten Raumfahrt Wertschöpfungskette. Angesprochen sind klein- und mittelständische Unternehmen (KMU), Forschungseinrichtungen, Universitäten, aber auch Start-ups. Die Partner im Wettbewerb, das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Airbus Defence and Space sowie die beiden deutschen ESA Business Incubation Centres, vergeben Preise in drei Kategorien, die unterschiedliche Reife- und Innovationsgrade der Ideen und Vorhaben voraussetzen.

„Im Rahmen der Airbus Defence & Space Challenge suchen wir Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Raumfahrt – von der Definition, Konstruktion, Fertigung, Zusammenbau, Integration und Erprobung bis hin zum Start, Betrieb und Auswertung – wobei der Hauptaugenmerk auf der Anwendung industrieller Standards und Prozesse liegt“, erklärt Ulrich Kübler, Strategy Manager Space Systems bei Airbus Defence and Space.

Sie haben eine Idee zur Optimierung der Wertschöpfungskette im Raumfahrtbereich?

Dann registrieren Sie sich noch heute unter www.innospace-masters.de/airbus.  Der Sieger derAirbus Challenge bekommt direkten Zugang zu der hausinternen Expertise von Airbus Defence and Space, sowie zu den Expertennetzwerken und Beschaffungsorganisationen. Je nach Bedarf wird der Gewinner auch bei seiner Bewerbung für den BizLab Accelerator oder den Venture Capital Fund von Airbus unterstützt. Weiterhin gibt es die Möglichkeit einer analytischen Bewertung von Nutzlasten und
(Teil-) Systemen mit der Möglichkeit einer anschließenden physikalischen Akkomodationsstudie sowie Prüfung und Vorbereitung eines Missionsvorschlags.

Die Einreichungsphase endet am 13. Februar 2017.