„Space 4.0“ – Challenge des DLR Raumfahrtmanagements

Hintergrund

Komplexe und vernetzte Produktion, zunehmende Digitalisierung, neue Möglichkeiten generativer Fertigungsverfahren, flexiblere Produktionskonzepte und neue Geschäftsmodelle sind aktuelle, teils weitreichende Entwicklungen in der deutschen Industrie. Auch für die Raumfahrtbranche sind diese Trends für die langfristige Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von hoher Bedeutung. Die Raumfahrtindustrie, bisher dominiert durch „Hightech-Manufakturen“ und kleine Stückzahlen, befindet sich in einer Umbruchphase. Weltweit neue Akteure mit ihren Geschäftsideen und Kommerzialisierungstendenzen stellen die etablieren Hersteller für Raumfahrtausrüstung vor große Herausforderungen.

Nach dem erfolgreichen ersten Wettbewerb unter dem Titel „Satellite 4.0“ erweiterte sich der zweite INNOspace Masters Wettbewerb „Space 4.0“ nun auf die drei Anwendungsbereiche Satelliten, Nutzlast und Trägersysteme. Hierzu wurden Ideen und neue Konzepte gesucht, die aktuelle Problemstellungen der Raumfahrtbranche aufgreifen und innovative Lösungsvorschläge anbieten. Insbesondere die Erfahrungen der Industrie 4.0 raumfahrtfremder Branchen sind gefragt, um der Raumfahrt neue Perspektiven aufzuzeigen.

innospacemasters_icon-challengeChallenge / Herausforderung

Gesucht wurden zukunftsweisende Ideen und innovative Konzepte für die Anwendungskategorien Satelliten, Nutzlast und Trägersysteme zu den Themenfeldern:

  • Verstärkte Modularisierung der Produktion, Einsatz von Plattformkonzepten zur flexibleren Herstellung von Komponenten und Subsystemen (u.a. Antriebe, Regelungs- und Kontrollsysteme)
  • Generative Fertigung als ergänzende Methode zur klassischen Fertigungstechnik unter Beachtung der besonderen Ansprüche an Prozesse, verwendete Werkstoffe und Komplexität der Bauteile
  • Entwicklung und Einsatz intelligenter und/oder standardisierter Bauteile als Informationsträger in Management- und Kommunikationsprozessen, Optimierung individualisierter und nachfrageorientierter Lieferketten
  • Einsatz cyber-physischer Systeme für komplexe und vernetzte Produktions- und Logistikprozesse, Fernüberwachung selbstständig arbeitender Produktionssysteme sowie Gewährleistung der Daten- und Cyber-Security
  • Entwicklung von Simulationsmodellen zur Beurteilung von Fehlertoleranzen und zum Feedback an die Fertigungsanlage
  • Industrialisierung des Ariane-6 Fertigungs- und Produktionsprozesses in Deutschland, u.a. im Bereich der NDI-Methoden für die Untersuchung verschiedener Materialkompositionen (z.B. CFK mit Dickschichtverklebungen oder Schaumisolierung der metallischen Tankgehäuse und Treibstoffleitungen)

innospacemasters_icon-chooseprizePrämierung

Drei Konzepte bzw. Expertenskizzen, vorzugsweise eine aus jedem der Anwendungsbereiche (Nutzlast, Satelliten, Trägersysteme), werden durch eine Jury prämiert und zur Antragstellung um eine Förderung aus dem „Nationalen Programm für Weltraum und Innovation“ des BMWi, Programmlinie Innovations- und Transferprojekte, aufgefordert.

  • Bei bescheidfähiger Antragstellung Förderung durch Zuwendung aus dem „Nationalen Programm für Weltraum und Innovation“ als Einzel- oder Verbundvorhaben
  • Fördersumme je Vorhaben bis zu 400.000 €.

Rechtsgrundlage

Die Förderung unterliegt den allgemeinen Förderrichtlinien des Bundes (https://foerderportal.bund.de/easy/easy_index.php?auswahl=easy_formulare&formularschrank=bmwi). Förderung von Vorhaben durch Zuwendungen nach Maßgabe der Bekanntmachung des Raumfahrtmanagements des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) vom 19.11.2014 im Bundesanzeiger, der BMWi-Standardrichtlinien für Zuwendungen auf Ausgaben- und Kostenbasis sowie der Verwaltungsvorschriften zu den §§ 23, 44 der Bundeshaushaltsordnung (BHO). Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht. Der Zuwendungsgeber entscheidet auf Grund seines pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.