Innospace Masters – Start-ups und Kleinsatelliten revolutionieren die Raumfahrtindustrie

von Lena Nietbaur

Der Markt für Kleinsatelliten ist in den letzten Jahren extrem gewachsen und bietet ungeahnte Potentiale gerade für kleine und mittlere Unternehmen. Start-ups wie Skybox, Planet-Labs oder UrtheCast machen mit spektakulären Satellitenflotten, Investorendeals und Übernahmen von sich reden. Bisher dominierten „Hightech-Manufakturen“ und kleine Stückzahlen zu hohen Preisen die Satellitenfertigung. Mit hochauflösenden Bildern und Videos, hohen Überflugraten sowie neuen Geschäftsmodellen bringen diese neuen Akteure  die etablierten Satellitenhersteller zum Umdenken. So hat beispielsweise die Partnerschaft mit OneWeb das größte europäische Raumfahrtunternehmen, Airbus Defense and Space dazu inspiriert, innovative Designs und Prozesse zu entwickeln, die die Kosten für hohe Stückzahlen drastisch senken. Die Konstellation aus 648 Mikrosatelliten wird ab 2018 weltweit erschwinglichen Zugang zum Internet ermöglichen.

So entsteht derzeit eine wachsende New Space Economy, die bereits mehr als 100 Unternehmen hervorgebracht hat. Weltweite Venture Capital Funds unterstützen diese Raumfahrt Start-ups mit frischem Kapital, da hier hohe Renditen in Aussicht gestellt werden.

Space 4.0 – Ideenwettbewerb INNOspace Masters

Um innovative Lösungen und neue Geschäftsmodelle für die Raumfahrtindustrie der Zukunft aufzuspüren, vergibt der Ideenwettbewerb INNOspace Masters unter dem Motto „Space 4.0“ Preise an innovative Ideen, Geschäftsmodelle und Lösungsvorschläge für Nutzlasten sowie zur Optimierung von Prozessen, Komponenten und Subsystemen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Nutzlasten, Satelliten und Trägersystemen. Angesprochen sind klein- und mittelständische Unternehmen (KMU), Forschungseinrichtungen, Universitäten, aber auch Start-ups – insbesondere solche, die in raumfahrtfremden Branchen Erfahrungen im Bereich Industrie 4.0 gesammelt haben und damit der Raumfahrtindustrie neue Perspektiven aufzeigen möchten. Die Partner im Wettbewerb, das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Airbus Defence and Space sowie die beiden deutschen ESA Business Incubation Centres, vergeben Preise in drei Kategorien, die unterschiedliche Reife- und Innovationsgrade der Ideen und Vorhaben voraussetzen.

„Der INNOspace Masters ist eine hervorragende Möglichkeit für Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Nicht-Raumfahrtbranchen erstmalig ihre Innovationen gegenüber der Raumfahrtbranche zu präsentieren“ erklärt Dr. Gerd Gruppe, Vorstand des DLR Raumfahrtmanagements.

„Wir suchen Innovationen entlang der gesamten Raumfahrt-Wertschöpfungskette – von der Definition, Konstruktion, Fertigung, Zusammenbau, Integration und Erprobung bis hin zum Start, Betrieb und Auswertung – wobei der Hauptaugenmerk auf der Anwendung industrieller Standards und Prozesse liegt“, ergänzt Ulrich Kübler, Strategy Manager Space Systems bei Airbus Defence and Space.

Bayerisches Start-up bietet Qualifikationstests nach ESA und NASA StandardsSpectrum ARC GmbH_chip-in-our-hand

Ein hervorragendes Beispiel, wie branchenfremden Unternehmen der Einstieg in die Raumfahrt erleichtert werden kann, sind sogenannte SpaceCOTS™ – Commercial-Off-The-Shelf Raumfahrtkomponenten. Wer heute Komponenten – beispielsweise für den Bau eines Kleinsatelliten –  kaufen möchte, steht bisher vor einer schwierigen Entscheidung: Entweder müssen lange Zulassungszeiten und hohe Kosten in Kauf genommen werden, da raumfahrtbezogene Güter grundsätzlich den strengen Regelungen des internationalen Waffenhandels (ITAR) unterstehen. Wer sich dagegen für COTS entscheidet, also Standardprodukte  „aus dem Regal“, hatte bisher keine Möglichkeit die Komponenten für die Nutzung in der Raumfahrt zu qualifizieren. Das bayerische Start-up Spectrum ARC bietet mit seinen SpaceCOTS™ eine kostengünstige Alternative, indem es kommerziell erhältliche Teile nach höchsten ESA und NASA Standards testet und beispielsweise für den Satellitenbau qualifiziert.

„Der Einsatz von Komponenten, die bereits durch Vibrations-, Schock-, Thermalvakuum- und Strahlungstests qualifiziert wurden, erlaubt es auch Start-ups und kleinen Firmen Teil der New Space Economy zu werden“. erklärt Thorsten Rudolph, Geschäftsführer der Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen (AZO), die den INNOspace Masters organisiert.

Sie haben eine Idee zur Optimierung der Wertschöpfungskette im Raumfahrtbereich? Dann ergreifen Sie die Chance, Unterstützung von den erstklassigen Partnern den INNOspace Masters zu gewinnen. Als Gewinner erhalten Sie neben umfassenden Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen sowie weltweiten Netzwerkkontakten auch technologische und wirtschaftliche Unterstützungsleistungen, um die Umsetzung ihres Vorhabens bestmöglich zu fördern.

 

Die Einreichungsphase endet am 13. Februar 2017.