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Gewinner der DLR Raumfahrtmanagement Challenge und Gesamtsieger

Skith: Der drahtlose Satellit

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Die Verkabelung in Satelliten ist bisher notwendig, aber auch aufwendig, teuer, schwer und ein wesentlicher Risikofaktor. Skith will den ersten drahtlosen Satelliten, mittels Verwendung von Miniatur-Hochgeschwindigkeits- und Echtzeit- Funkmodulen mit kurzer Reichweite entwickeln.
Durch Kombination von modularer und fehlertoleranter Software mit Ultrawideband Technologie aus der Industrie 4.0 entsteht ein robustes und zugleich anpassbares Gesamtsystem.

Skith hat sich zum Ziel gesetzt:

  • Die Integrations- und Startkosten von Satelliten zu senken
  • Die Verlässlichkeit von Maschinen, insbesondere von Satelliten und Flugzeugen, zu steigern
  • Die Flexibilität der Steuerung zu erhöhen
  • Den Bordcomputer unabhängig von anderen Ein- und Ausgabegeräten zu machen

Pitch-Video:

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Interview:

AZO: Für diejenigen, die Sie noch nicht kennen – Erzählen Sie uns ein wenig über Ihr Institut / Projekt

Wir sind der Lehrstuhl für Informationstechnik in der Luft- und Raumfahrt der Universität Würzburg. Unter Herrn Prof. Montenegro forschen und entwickeln aktuell 12 Doktoranden und wissenschaftliche Mitarbeiter. Unser Forschungsgebiet erstreckt sich von Satellitenbetriebssystemen bis zur Steuerung und Regelung von Multicoptern. Im Bereich der Satellitensoftware können wir dank Beteiligung an vielen erfolgreichen Missionen auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Am INNOspace Masters Wettbewerb haben wir mit unserer innovativen Idee eines kabellosen Satelliten teilgenommen. Wir zeigen, dass für die Datenverbindungen in einem Satelliten Funkverbindungen verwendet werden können. Durch Kombination von modularer und fehlertoleranter Software erreichen wir die gleiche Robustheit wie verkabelte Verbindungen, aber sparen gleichzeitig an Komplexität, Aufwand und Gewicht.

AZO: Nach dem INNOspace Masters Wettbewerb: Was waren die nächsten großen Schritte, die Sie unternommen haben, Ihr Projekt entscheidend voran zu bringen? Und wie haben Sie dabei von der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), Raumfahrtmanagement Bonn (Betreiber) und AZO (Veranstalter) profitiert?

Wir sind von den positiven Rückmeldungen bezüglich unserer Projektidee begeistert. Neben vielen Anfragen, die wir von der Presse erhalten haben, konnten wir auch bereits viele neue wissenschaftliche Kontakte in unserem Forschungsgebiet knüpfen. Kurz nach dem Wettbewerb wurden wir vom DLR Raumfahrtmanagement kontaktiert und aufgefordert einen Projektantrag einzureichen um eine Forschungsförderung zu erhalten. Dieser befindet sich zwar aktuell noch in der Bearbeitung, aber die Chancen stehen ausgezeichnet, dass wir die nächsten zwei Jahre an unserer Technologie weiter forschen dürfen, finanziert durch eine Projektförderung vom DLR. Für uns war somit die Teilnahme ein voller Erfolg.

Das Zusammenspiel zwischen DLR und AZO hat einen sehr guten Eindruck bei uns hinterlassen. Wir wurden kompetent durch die Bewerbungsphase begleitet und der Ablauf der verschiedenen Beurteilungsrunden und der großen Abschlussveranstaltung wurde spannend und informativ gestaltet. Am Ende gab es klare Rückmeldung in welchen Bereichen man besonders punkten konnte und wo evtl. noch Potential nach oben wäre. Dies hilft vor allem im weiteren Verlauf des Projekts die richtige Ausrichtung zu finden.

AZO: Ihrer Meinung nach, welche Trends und Technologien werden den größten Einfluss auf Ihre Branche in den nächsten Jahren haben?

Die Satellitenbranche ist immer sehr konservativ, was neue Technologie und Innovationen angeht. Seit einigen Jahren zeichnet sich hier allerdings ein Wandel ab. Mit Cubesats und Micro- bzw. Nanosatelliten befindet sich die Branche im Umschwung. Diese neuen Plattformen ermöglichen es, durch die im Vergleich günstigen Entwicklungs- und Startkosten, neue Technologien viel schneller aus der Forschung ins Weltall zu bekommen.

Hiervon kann die ganze Branche nur profitieren und Technologien, die diese Veränderung antizipieren bzw. sogar erst ermöglichen, werden einen deutlichen Aufschwung erleben.

AZO: Wie werden diese Technologietrends Ihr Leistungsversprechen in nächster Zukunft beeinflussen?

Unser Ansatz, die kabellose Satelliteninfrastruktur, gliedert sich wunderbar in diese Veränderungen ein. Durch den Verzicht auf Kabel werden kleinere und leichtere Raumfahrzeuge ermöglicht. Eine einheitliche Funkschnittstelle ermöglicht ein modulares und flexibles System, das schnell an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden kann.

Also: Wir sind bereit die Zukunft der Satellitentechnologie mitzugestalten.

AZO: Ihrer Erfahrung nach, welchen Rat würden Sie zukünftigen Teilnehmern geben?

Mit dem INNOspace Masters Wettbewerb bietet sich die Möglichkeit seine Idee einem Expertengremium zu präsentieren und auf  Innovationsgrad und  Machbarkeit untersuchen zu lassen. Ganz unabhängig von den Preisen ist es großartig Feedback zu erhalten und eventuelle Schwachstellen im eigenen Konzept zu finden. Also insgesamt kann die eigene Projektidee bei diesem Wettbewerb nur gewinnen. Wenn es dann noch auf so ein gutes Ergebnis hinaus läuft, wie bei uns, ist das natürlich umso besser.

Das einzige was man falsch machen kann, ist seine innovative Projektidee nicht einzureichen.

 

Kontakt:
Prof. Dr. Sergio Montenegro &  Tobias Mikschl
uni_wuerzburg_logoLehrstuhl Informatik 8 – Informationstechnik für Luft- und Raumfahrt
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
www8.informatik.uni-wuerzburg.de

 

2.Platz >>